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Man schreibt das Jahr 1845, als der Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange nach Glashütte kommt, um sich hier nieder zu lassen und die sächsische Taschenuhrindustrie zu gründen.
Auf seinen Wanderschaften durch die Schweiz, Frankreich und Großbritannien sammelte er viele Eindrücke und kehrte nach Dresden zurück, von dort aus ging es nach Glashütte, etwa 30 Kilometer von Dresden entfernt. Der Meister Lange stellt am 7. Dezember 1845 in seiner Werkstatt 15 Lehrlinge ein, sein Freund Adolf Schneider hilft ihm dabei. Im Jahr 1850 bewirbt sich Julius Assmann bei Lange. 1854 kommt Moritz Grossmann ebenfalls nach Glashütte, dort gründet er eine mechanische Werkstatt und zusammen mit Lange entwirft er eine Sekunden- Pendeluhr. In kürzester Zeit entstehen nun einige Manufakturen, denn es zieht viele Uhrmacher nach Glashütte, Ernst Kasiske, den dänischen Chronometer- Macher Jens Lauritz Jensen so wie Hugo Müller. Darüber hinaus entwickeln sich örtliche Zulieferer, die in Heimarbeit die Glashütter Uhrmacher von der Schweiz als Zulieferer unabhängig machten. Die Unruhen für die Uhren fertigt Richard Grießbach, die Zeiger August Gläser, die Lagersteine liefert Willy Richter, einige dieser Familien sind auch heute noch auszumachen, die zu großen Teilen wieder in Glashüttes Uhrenindustrie tätig sind. Alle arbeiten zunächst erst bei Lange, machen sich später aber selbständig; Ludwig Strasser und Gustav Rohde gründen zusammen eine Großuhrenfabrik. Im Jahr 1990 traut sich als erster Walter Lange zusammen mit IWC unter seiner Marke A. Lange & Söhne dort weiter zu machen, wo 1948 nach der Enteignung aufgehört werden musste. Roland Schwertner aus Düsseldorf gründet in Glashütte Nomos, 1994 kauft der Nürnberger Investor die Überbleibsel des ehemaligen VEB Glashütter Uhrenbetriebe, um hier mit Spitzenkräften eine Luxusmanufaktur aufzubauen, später wird die GUB an die Swatch- Group verkauft. |
Heute sind sieben Uhrenfabrikanten in Glashütte ansässig und fertigen hochwertige Zeitmesser.
Bei der neuesten Uhr von Lange, dem Modell „Zeitwerk“ gibt es jeweils zwei analoge und zwei digitale Anzeigen, die in Form eines Kreuzes angeordnet sind, sie hat außerdem keine Datumsanzeige, links kann man die Stunden und rechts die Minuten ablesen. Dieses Modell dürfte für die inzwischen wieder etablierte Glashütter Manufaktur das wohl bedeutendste sein, seit sie vor 15 Jahren ihre erste Kollektion auf den Markt brachte. Zu der Zeit schrieb die inzwischen legendäre „Lange 1“ echte Designgeschichte, weil ihre Anzeigen asymmetrisch angeordnet waren, und ein Großdatum hatte. Im Jahr 1994 hatte man die besondere Möglichkeit, sich das Tourbillon “Pour le Mérite” der Glashütter Nobelmanufaktur A. Lange & Söhne zu kaufen. Die Käufer können sich heute freuen, denn es hat sie an 100 Prozent Wertsteigerung noch kostbarer gemacht, 2008 kam die „Cabaret2008“ auf den Markt mit gleichem Erfolg wie der Vorgänger. Ebenfalls aus dem Jahr 1994 stammt die „Saxonia“ und die „Lange 31“ mit einem Monat Gangreserve. Im Museum von Glashütte kann man Uhren aus fast allen Zeiten bewundern und gleichzeitig 100 Jahre Uhrmachergeschichte nachvollziehen. Der Gegenwart ist ein besonderer Raum gewidmet, manche Unternehmen präsentieren dort kleine Kollektionen oder nur typische Einzelstücke, ein Unternehmen ist hier mit einer einzigen Uhr vertreten, die "Lange 1" aus dem Jahr 1994, denn die Manufaktur Lange hat selber ein eigenes kleines Museum in ihren Räumen eingerichtet, in denen man demnächst die unter der Marke "A. Lange & Söhne" geschaffene Uhr aus dem Jahre 1902 bewundern kann. Die GUB präsentiert auch viele ihrer Uhren im eigenen Museum, das bedeutet, interessierte Besucher, die sich in Glashütte über besondere Uhren aus diesem Ort informieren möchten, müssen hierzu gleich mehrere Museen besuchen. |
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